BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Ortsverband Bramsche

Wenn die Autobahn plötzlich auf dem Acker liegt

Die Dimensionen einer Autobahn

05.09.26 – von Jannes Brusermann –

Wie groß ist eigentlich eine Autobahn? Diese Frage lässt sich anhand von Planungsunterlagen und Zahlen nur schwer beantworten. Deshalb haben wir im Rahmen der Osnabrücker Landpartie gemeinsam mit dem Bündnis Exit A33 Nord genau das sichtbar gemacht: Auf einem Feld zwischen Icker und Rulle wurde ein 150 Meter langes und 30 Meter breites Banner ausgelegt.

Was auf Karten und in Planfeststellungsunterlagen abstrakt wirkt, wird plötzlich greifbar: Eine Autobahn nimmt nicht nur Asphaltfläche ein. Sie zerschneidet Landschaften, verändert Lebensräume und bringt Lärm und zusätzlichen Verkehr in bislang ländlich geprägte Bereiche.

Was ist die A33 Nord?

Die A33 Nord soll die bestehende A33 bei Belm mit der A1 nördlich von Osnabrück verbinden. Geplant ist ein rund 9,5 Kilometer langer Autobahnabschnitt durch den Raum zwischen Osnabrück, Wallenhorst und Belm.

Für das Projekt werden erhebliche Flächen benötigt. Neben der eigentlichen Fahrbahn kommen unter anderem Anschlussstellen, Böschungen, Brücken und weitere Infrastruktur hinzu. Gerade die geplante Anschlussstelle bei Icker vergrößert den Eingriff zusätzlich.

Die A33 Nord würde damit eine Landschaft dauerhaft verändern, die heute von Landwirtschaft, Wäldern, Höfen und gewachsenen Wegen geprägt ist.

Warum wir als Grüne die A33 Nord ablehnen

Für uns ist die A33 Nord ein Autobahnprojekt aus einer anderen Zeit.

Wir stehen vor großen Herausforderungen: Klimawandel, Flächenverbrauch, der Schutz unserer Artenvielfalt und eine vielerorts marode Verkehrsinfrastruktur. Gleichzeitig soll weiterhin viel Geld in den Neubau von Straßen fließen.

Die Kosten für die A33 Nord sind inzwischen auf rund 203 Millionen Euro gestiegen. Ursprünglich war das Projekt mit deutlich geringeren Kosten kalkuliert. Für uns stellt sich deshalb die Frage, ob dieses Geld wirklich in einen Autobahnneubau fließen sollte – oder ob wir damit nicht wesentlich mehr für eine zukunftsfähige Mobilität erreichen können.

Wir brauchen Sanierung statt immer neuen Asphalt, einen starken öffentlichen Nahverkehr, bessere Bahnverbindungen und sichere Radwege. Mobilität muss möglich sein, ohne dass dafür immer neue Landschaftsräume zerschnitten werden.

Es geht um mehr als eine Straße

Die geplante Trasse berührt auch ökologisch wertvolle Bereiche. Unter anderem führt sie durch das europarechtlich geschützte FFH-Gebiet „Fledermauslebensraum Wiehengebirge bei Osnabrück“.

Doch auch unabhängig von einzelnen Schutzgebieten gilt: Boden, Natur und Landschaft sind nicht beliebig verfügbar. Was durch Straßenbau versiegelt und zerschnitten wird, lässt sich nicht einfach wieder zurückholen.

Und die Auswirkungen sind bereits heute sichtbar. In Icker musste zuletzt ein Wohnhaus der geplanten Trasse weichen – ein konkretes Beispiel dafür, dass die Autobahnplanung nicht nur eine Linie auf einer Karte ist, sondern ganz reale Konsequenzen für Menschen vor Ort hat.

Deshalb machen wir die Dimension sichtbar

Genau deshalb war uns die Aktion bei der Osnabrücker Landpartie wichtig.

150 Meter Länge und 31 Meter Breite sind Zahlen. Wenn diese Fläche aber plötzlich mitten in der Landschaft liegt, bekommt die Zahl eine Bedeutung.

Unser Banner macht sichtbar, was sonst leicht übersehen wird:

Eine neue Autobahn ist kein kleiner Eingriff.

Sie verändert Landschaft. Sie verbraucht Fläche. Sie schafft neue Verkehrsströme. Und sie bindet über Jahrzehnte öffentliche Mittel.

Wir wollen deshalb nicht einfach mehr Straßen bauen, sondern Mobilität neu denken.

Unsere Botschaft bleibt klar:

Keine A33 Nord.
Keine neuen Autobahnen auf Kosten unserer Landschaft.
Mehr Investitionen in eine klimafreundliche und zukunftsfähige Mobilität.

Die Banner-Aktion ist dabei ein gemeinsames Zeichen von Exit A33 Nord und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, unterstützt von den Grünen aus Bramsche, Wallenhorst, Belm und Osnabrück, im Rahmen der Osnabrücker Landpartie. Die Idee für die Visualisierung entstand direkt bei einem Organisationstreffen der Landpartie.

Denn manchmal muss man etwas erst sehen, um seine Dimension wirklich zu begreifen.

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